TIPPS FÜR STEUERSPARMASSNAHMEN 2014

Die Erstellung von Steuerspartipps 2014 ist in Folge des derzeit erst im Stadium der Regierungsvorlage befindlichen 2. AbgÄG 2014 nicht einfach, denn weitere Überraschungen von Seiten des Gesetzgebers sind vor dem Jahreswechsel nicht auszuschließen. Die nachfolgenden Steuerspartipps mögen Sie beim Nachdenken über mögliche steuerliche Maßnahmen zum Jahreswechsel unterstützen.

GEWINNFREIBETRAG (GFB)

Wie bekannt, beträgt der GFB 

  • 13% des Gewinns bis EUR 175.000,00,
  •   7% des Gewinns zwischen EUR 175.000,00 und EUR 350.000,00, 
  • 4,5% des Gewinns zwischen EUR 350.000,00 und EUR 580.000,00 und 
  •    0% für Gewinne über EUR 580.000,00

Der GFB steht nur natürlichen Personen und Personengesellschaften, an denen natürliche Personen beteiligt sind, im Rahmen von betrieblichen Einkünften, zu. Der GFB steht für bestimmte Investitionen ins Sachanlagevemögen, somit abnutzbare, körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren, zu (für keine gebrauchten Wirtschaftsgüter, PKW’s, etc.). Ab 2014können nur noch Wohnbauanleihen als begünstigte Wertpapiere zur Inanspruchnahnme des Gewinnfreibetrages angeschafft werden (Achtung: Behaltefrist ebenfalls vier Jahre!). Bis zu einem Gewinn in Höhe von EUR 30.000,00 steht der GFB in Höhe von EUR 3.900,00 jedem Steuerpflichtigen automatisch (ohne Investitionsnachweis) zu.


DISPOSITION DURCH ZU- UND ABFLÜSSE BEI EINNAHMEN-AUSGABEN-RECHNERN

Die Möglichkeit zur Verschiebung von Gewinnen in das nächste Kalenderjahr, sowie das Vorziehen von Betriebsausgaben auf das laufende Jahr bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern, wurde durch das 1. StabG 2012 eingeschränkt und in der Regierungsvorlage zum 2. AbgÄG 2014 soll diese Einschränkung bereits für das Jahr 2014 wieder gelockert werden.

KEINE GEWINNVERWIRKLICHUNG BEI HALBFERTIGEN ARBEITEN

Bei halbfertigen Arbeiten unterbleibt eine Gewinnrealisierung zum Bilanzstichtag. Erhaltene Anzahlungen (Teilrechnungen) auf halbfertige Arbeiten sind nicht ertragswirksam, sondern als Passivpost zu erfassen.


BEACHTUNG DER UMSATZGRENZE FÜR KLEINUNTERNEHMER

Die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer liegt derzeit bei EUR 36.000,00, diese kann einmal in fünf Jahren um 15% überschritten werden. Im Jahr der Betriebseröffnung beträgt sie somit EUR 41.400,00


NUTZUNGSMÖGLICHKEIT VORHANDENER VERLUSTVORTRÄGE

Bei der Einkommensteuer können im Jahr 2014 erstmals wieder vorhandene Verlustvorträge und Wartetastenverluste zu 100% (bisher 75%) mit dem Gesamtbetrag der Einkünfte verrechnet werden. Im Bereich der Körperschaftsteuer (GmbH, AG, u.ä.) sind vortragsfähige Verluste weiterhin nur im Ausmaß von 75% des Gesamtbetrages der Einkünfte abzugsfähig.


BILDUNGSFREIBETRAG BZW. BILDUNGSPRÄMIE
 

Der Bildungsfreibetrag für Aufwendungen, die unmittelbar Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Arbeitnehmer im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers betreffen und für externe Aus- und Fortbildungseinrichtungen anfallen, betragen auch im Jahr 2014 20% der entsprechenden Aufwendungen. Alternativ dazu beträgt die Bildungsprämie 6% der maßgeblichen Aufwendungen (Ausgaben).


RÜCKSTELLUNG FÜR ZEITAUSGLEICHSGUTHABEN DER MITARBEITER

Voraussetzung dafür ist die genaue Erfassung der Zeitausgleichsguthaben aller Mitarbeiter zum Stichtag. Diese erfassten und berechneten Beträge können inklusive aller Lohnnebenkosten zu 100% als Rückstellung angesetzt werden.


SPENDEN AUS DEM BETRIEBSVERMÖGEN

Spenden an begünstigte Spendenempfänger sind bis zu 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres absetzbar.

STEUERFREIE ZUWENDUNGEN FÜR DIE ZUKUNFTSSICHERUNG DER ARBEITNEHMER

Der Abschluss von Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen ist bis zu EUR 300,00 pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei. Die Lebensversicherung muss aber mindestens eine Laufzeit bis zum gesetzlichen Pensionsantritt oder von 15 Jahren haben.

STEUERFREIE WEIHNACHTSGESCHENKE UND AUFWENDUNGEN FÜR BETRIEBSVERANSTALTUNGEN

Sachzuwendungen an Arbeitnehmer als (Weihnachts-)Geschenke sind bis zu einem Betrag von EUR 186,00 pro Arbeitnehmer jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Für die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen ist ein gesamter Jahresbetrag für Arbeitnehmer von bis zu maximal EUR 365,00 steuer- und sozialversicherungsfrei.


SPENDEN ALS SONDERAUSGABEN

Geldspenden an begünstigte (laut veröffentlichter Liste) Körperschaften sind innerhalb folgender Grenzen als Sonderausgaben absetzbar:

  • Die  Abzugsfähigkeit  von  Spenden  ist  mit  10%  des  sich  nach  einem   Verlustausgleich ergebenden Gesamtbetrages der Einkünfte des laufenden Kalenderjahres begrenzt,
  • Ferner dürfen diese Spenden gemeinsam mit Spenden aus dem Betriebsvermögen (siehe oben unter H. Spenden aus dem Betriebsvermögen) die 10%-Grenze nicht überschreiten und
  • Begünstigte Spendenzahlungen müssen mittels Zahlbelegs nachgewiesen werden.