Das Steuerjahr 2016 im Rückblick

Das Jahr der großen Reformen, mit dem Steuerreformgesetz 2015/2016, dem Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014, dem Abgabenänderungsgesetz 2015, der Erbrechtsreform und der umfassenden Reform von Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GesbR-Reform 2015) neigt sich dem Ende.

Aufgrund der Fülle von Gesetzesänderungen, die im Jahr 2016 von den Staatsbürgern, respektive den Abgabenpflichtigen, vor allem aber von den rechtsberatenden Berufsständen zu verkraften, zu verdauen und dann dem Klientel verständlich zu machen war, hat der Gesetzgeber mit den Abgabenpflichtigen und mit den rechtsberatenden Berufen für das Jahr 2016, respektive 2017, ein Einsehen gehabt und sind für das Jahr 2017 nur geringfügige Gesetzesänderungen zu erwarten, die überdies überwiegend formelle und redaktionelle Richtigstellungen der angesprochenen Reformgesetzen mit sich bringen.

Wie umfangreich die Gesetzesänderungen der letzten beiden Jahren waren, lässt sich am anschaulichsten dadurch ersichtlich machen, dass die Übergangsbestimmungen, geregelt im § 124 b EStG, nunmehr bereits nahezu 30 Seiten umfassen und außerdem nahezu 300 Absätze beinhalten. Alleine aus dieser Darstellung ist ersichtlich, einerseits wie umfangreich die gesetzlichen Änderungen, aber vor allem, wie kompliziert die Übergangsbestimmungen und Inkrafttretungsbestimmungen festgelegt wurden, dass deren Darstellung 30 Seiten und mehr als 300 Absätze beinhaltet.Die Anforderung an die rechtsberatenden Berufsstände ist bei all den Betroffenen sicherlich an ihre Grenzen gestoßen, zumal die Inhalte dieser umfangreichen Reformen und Gesetzesänderungen auch dem jeweiligen Klientel plausibel und verständlich übermittelt werden sollten.

Aus diesem Grund haben die Abgabenpflichtigen, aber vor allem auch die rechtsberatenden Berufsstände sich die ihnen vom Gesetzgeber gewährte Auszeit durch die gemilderten Änderungsgesetzte des Jahres 2017 redlich verdient. Ob die vom Gesetzgeber gewollten Auswirkungen und Ziele, die durch die umfangreichen Reformen und Gesetzesänderungen der Jahre 2015 und 2016 geplant waren, auch tatsächlich eintreffen, werden erst die Auswirkungen und die Entwicklungen in den nächsten Jahren zeigen.