Die Corona-Krise und ihre Maßnahmen

Wir haben Ihnen einen Überblick über die von der Bundesregierung zur, vor allem wirtschaftlichen, Bewältigung der durch die CORONA-Krise ausgelösten und notwendig gemachten Maßnahmen und Umsetzungen zusammengestellt.

Maßnahmen im Bereich Beschäftigung/Sicherung von Arbeitsplätzen: CORONA-Kurzarbeit

Kurzarbeit ist die vorübergehende Herabsetzung der Normalarbeitszeit und in der Folge des Arbeitsentgelts wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Kurzarbeit hat den Zweck, die Arbeitskosten temporär zu reduzieren und gleichzeitig die Beschäftigung zu halten.
Bei der CORONA-Kurzarbeit kann die Arbeitszeit der betroffenen Arbeitnehmer zeitweise auch auf 0 % reduziert werden.

Voraussetzungen für die Kurzarbeitsbeihilfe vom AMS sind:

  • Das sich die, die Beihilfe begehrenden Unternehmen müssen sich in vorübergehenden (nicht saisonbedingten) wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Auswirkungen im Zusammenhang mit dem CORONA(Covid-19)Virus gelten (gemäß Richtlinien zur Kurzarbeitsbeihilfe KuA-Covid(19)als vorübergehende, nicht saisonbedingte wirtschaftliche Schwierigkeiten.
  • Eine mit jedem einzelnen betroffenen Mitarbeiter abgeschlossene Einzelvereinbarung (Muster für die Sozialpartnervereinbarung/Einzelvereinbarung und Unterstützung bei deren Ausfüllung erhalten Sie bei uns auf Anfrage).
  • Voraussetzung für die Beihilfegewährung ist, dass für den Wirtschaftszweig, unabhängig von Bestehen eines Betriebsrates, eine „CORONA-Sozialpartnervereinbarung“ besteht. Sofern es die Sozialpartnervereinbarung vorsieht, kann die „COVID-19-Kurzarbeit“ rückwirkend mit bereits 01.03.2020 beginnen.
  • Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer das Entgelt für die herabgesetzte Arbeitszeit (zum Teil) zu vergüten (siehe unten)
  • Zustimmung des Arbeitsmarktservice (AMS).

Folgende Schritte und Maßnahmen sind erforderlich:

  • Kontaktaufnahme mit örtlich zuständiger Landesstelle des AMS
  • Erstellung von Einzelvereinbarungen mit den betroffenen Mitarbeitern (im Muster ist vorgesehen, dass alle Mitarbeiter auf einer Vereinbarung unterschreiben können)
  • Vorliegen einer für den betroffenen Wirtschaftszweig bestehende Sozialpartnervereinbarung
  • Sozialpartner sollen dann binnen 48 Stunden zustimmen (nach aktuellen Informationen aus den zuständigen Ministerien kann es anfangs zu Verzögerungen kommen)
  • Einbringung Antrag beim AMS
  • Rückmeldung durch das AMS (an Unternehmen) über Genehmigung (Nachbesserung oder Ablehnung)

Was ist bei Anwendung der Kurzarbeit unbedingt zu beachten:

  • während der Kurzarbeit darf grundsätzlich kein Arbeitsverhältnis gekündigt werden
  • vor Beginn der Kurzarbeit müssen die betroffenen Arbeitnehmer das Guthaben an Urlaubstagen vergangener Urlaubsjahre und bestehender (Über)Stundenguthaben zur Gänze konsumieren.
  • Die Unternehmen sind vom AMS darüber zu informieren, dass Alturlaubsansprüche sowie Zeitguthaben t u n l i c h s t abzubauen sind. Da der Verbrauch von Urlaubsanspruch (bzw. von Zeitguthaben) von den Arbeitgeber/Innen nicht einseitig angeordnet werden kann, hat der Arbeitgeber/In lediglich ein ernsthaftes Bemühen und keinen bestimmten Erfolg nachzuweisen. Kommt es dabei zu keiner Einigung über den Abbau von Alturlauben bzw. von Zeitguthaben, schadet das den Arbeitgeber/Innen nicht.

  • Bei Verlängerung der Kurzarbeitsvereinbarung über 3 Monate hinaus des laufenden Urlaubsjahres, müssen die betroffenen Arbeitnehmer weitere 3 Urlaubswochen konsumieren.

  • Die ArbeitgeberInnen sind vom AMS im Zuge einer Verlängerung ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sich der Arbeitgeber/IN ernstlich um den Abbau von 3 Wochen des laufenden Urlaubsanspruch bemühen muss. Dieser Urlaub kann auch während des Kurzarbeitszeitraumes abgebaut werden.
  • von Kurzarbeit betroffene Arbeitnehmer dürfen ein Monat nach Ende der Kurzarbeit nicht gekündigt werden, bei Urlaub und Krankenständen während der Kurzarbeit gebührt dem Arbeitnehmer, wie bisher, das volle Entgelt, wie vor der Kurzarbeit

  • bei der CORONA-Kurzarbeit kann die Arbeitszeit der betroffenen Mitarbeiter zeitweise auf NULL reduziert werden; die Arbeitszeit muss jedoch in der Durchrechnung über die gesamte vereinbarte Kurzarbeit mindestens 10 % betragen; (beträgt zB die Kurzarbeit 8 Wochen und werden die ersten 4 Wochen davon mit Null festgesetzt, muss die Arbeitszeit der restlichen 4 Wochen mindestens 20 % pro Woche betragen)
  • die CORONA-Kurzarbeit kann für maximal 3 Monate abgeschlossen werden; bei Bedarf ist eine Verlängerung um weitere 3 Monate möglich.

Kosten – Entgeltansprüche – Sozialversicherung (für Dienstnehmer besteht eine Nettoentgeltgarantie);

  • Arbeitnehmer mit Bruttoentgelt unter 1.700,00 erhalten vom Arbeitgeber ein Entgelt von 90 % des vor Kurzarbeit bezogenen Nettoentgelts
  • bei Bruttogehältern zwischen EUR 1.700,00 und EUR 2.685,00 betragt der Garantieanspruch 85 %,
  • bei Bruttoentgelten über EUR 2.685,00 betragt der Garantieanspruch 80 %.
  • bei Lehrlingen in Höhe von 100 % des bisherigen Nettogehalts
  • Für Einkommensteile über EUR 5.370,00 gebührt keine Beilhife
  • geringfügig beschäftigte ArbeitnehmerInnen können nicht in das Kurzarbeitszeitmodell aufgenommen werden
  • Organe der Geschäftsführung sind von der Kurzzeitvereinbarung aufzunehmen, wenn sie nach ASVG pflichtversichert sind.
  • Lehrlinge sind in die Kurzzeitvereinbarung aufzunehmen, insofern diese von der Sozialpartnervereinbarung mit umfasst sind.

Die Mehrkosten (bis zur Höchstbemessungsgrundlage) trägt das AMS und nicht das Unternehmen.

  • Die Sozialversicherungsbeiträge sind auf Basis des Entgelts wie vor der Kurzarbeit zu leisten.
  • Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber diese Mehrkosten erst ab dem 4. Kurzarbeitsmonat (die nicht verlängerte Kurzarbeit beträgt aber nur 3 Monate!)
  • Demnach werden im CORONA Kurzarbeitsmodell die erhöhten (von der Entgelthöhe vor Kurzarbeit bemessenen) Sozialversicherungsbeiträge des Dienstgebers nicht, wie bisher vorgesehen, erst ab dem 4. Monat der Kurzarbeit, sondern bereits am dem 1. Monat Kurzarbeit vom AMS übernommen.
  • Förderbar sind alle Arbeitnehmer, die aufgrund von Kurzarbeit einen Arbeitsausfall erleiden, der mit einem Verdienstausfall verbunden ist, ausgenommen sind Lehrlinge und Mitglieder der geschäftsführenden Organe.
  • Das AMS ersetzt den Arbeitgeber/Innen gemäß festgelegter Pauschalsätzen die Kosten für die Ausfallstunden. In den Pauschalsätzen sind die anteiligen Sonderzahlungen im Ausmaß eines Sechstels, die anteiligen Beiträge zur Sozialversicherung (bezogen auf das Entgelt vor Einführung der Kurzarbeit) und die sonstigen lohnbezogenen Dienstgeberabgaben enthalten.

Die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe durch das AMS erfolgt pro Kalendermonat im Nachhinein.

Abrechnung

Für die in die Kurzarbeit einbezogenen ArbeitnehmerInnen ist für jeden Kalendermonat bis zum 28. des Folgemonats, dem AMS eine Abrechnungsliste vorzulegen. Diese wird den betroffenen Betrieben in Form einer Abrechnungsdatei vom AMS zur Verfügung gestellt. Durch eine weitere automatische Verarbeitung im AMS ist die Abrechnungsdatei ausschließlich über das eAMS-Konto für Unternehmen zu übermitteln. Die Abrechnungsliste hat pro Arbeitnehmer/In die Summe der geleisteten bezahlten Arbeitsstunden, der diesbezügliche Arbeitsverdienst einschließlich der anteiligen Sonderzahlungen im Ausmaß von 1/6, die Summe der Arbeitsausfallstunden für die Kurzarbeitunterstützung, den maßgeblichen Pauschalsatz, sowie die vom Unternehmen an die Arbeitnehmer/Innen ausbezahlte Kurzarbeitsunterstützung zu enthalten. Selbstverständlich unterstützen unsere Mitarbeiter Sie bei den Abrechnungsmodalitäten bzw. führen wir diese für Sie durch und kommunizieren wir (wenn möglich) für Sie direkt mit dem AMS.

Auszahlung der Beihilfen

Die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe erfolgt im Nachhinein pro Kalendermonat nach Vorlage der Teilabrechnung bzw. der Endabrechnung

Durchführungsbericht

Der von den Arbeitgeber/Innen dem AMS vorzulegende Durchführungsbericht hat jedenfalls Angaben über die Aufrechterhaltung des Beschäftigtenstandes während des Kurzarbeitszeitraumes (im Zusammenhang mit der Vorlage der Endabrechnung des gerichtlichen Kurzarbeitszeitraumes) und der Behaltefrist (Vorlage im Folgemonat nach Ablauf der Beschäftigungsfrist) sowie über die Einhaltung des Mindest- und Höchstarbeitszeitausfalls. Auf Verlangen des AMS sind diesbezüglich Nachweise vorzulegen. Die Durchführung muss (vom Betriebsrat) von der zuständigen Fachgewerkschaft oder von den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer/Innen unterfertigt werden.

Sonstige Bestimmungen zur Beihilfe

Im Zuge der Begehrenseinbringung ist die DG-Kontonummer anzugeben. Eine Genehmigung der Beihilfe kann erst nach Vorliegen der Sozialpartner(Einzel)vereinbarung, erfolgen. Sind im Kurzarbeitszeitraum Kalendermonate ohne Ausfallsstunden vorgesehen, wird dies vom AMS im Auszahlungsplan berücksichtigt.

Unseres Erachtens stellt sich das nunmehr vorliegende CORONA-Kurzarbeitszeitmodell als durchaus, sowohl für Arbeitnehmer/innen, als auch vor allem für Arbeitgeber/Innen, attraktives Modell dar. Eine abschließende rechnerische Beurteilung kann derzeit von uns noch nicht vorgenommen und veranschaulicht dargestellt werden, da uns diesbezüglichen Rahmenbedingungen, vor allem die Bemessungsgrundlagen, für die zu berechnenden Lohnnebenkosten, noch nicht zugänglich sind. Anfang kommender Woche sollen uns alle diesbezüglichen Parameter zur Verfügung stehen. Jedenfalls ist das vorliegende Modell in Bezug auf die Belastungen für die ArbeitgeberInnen bzw. in Bezug auf die Unterstützungen durch das AMS wesentlich verbessert und sollte dies jedenfalls ernsthaft von allen Beteiligten in Erwägung gezogen werden.

Der aktuelle Antrag auf Begehrung der Corona-Kurzarbeit-Beihilfe und die aktuellen Sozialpartnervereinbarungen (Betriebs- und Einzelvereinbarungen) stehen auf der Homepage des AMS (www.ams.at) bzw. der WKO (wko.at) zum Download bereit.

Wir werden selbstverständlich nach Zugehen von gesicherten Informationen und Unterlagen, Sie über alle Neuerungen umgehend informieren. Wir dürfen diesbezüglich nochmals davor warnen, dass Sie ohne rechtliche Unterstützung und Beratung keine voreiligen Maßnahmen in Ihrem Unternehmen vornehmen. Gerne stehen Ihnen unsere fachkundigen Mitarbeitern telefonisch oder via E-Mail dafür zur Verfügung.

Maßnahmen im Bereich Beschäftigung/Sicherung von Arbeitsplätzen: Betriebsschließungen

Bei den, im § 1 des „COVID-19-Maßnahmegesetz“ vom 15.03.2020 enthaltenen, Maßnahmen handelt es sich nicht um Maßnahmen im Sinne des § 20 Epidemiegesetz, weshalb die in § 32 Epidemiegesetz verankerte Übernahme von Verdienstentgang und Entgeltübernahme von Unternehmen bzw. Arbeitnehmer nicht zum Tragen kommt.

Die aktuell verfügten Schließungen von Gastronomie, Tourismus und Handel sind demnach nicht vom § 20 Epedemiegesetz umfasst und begründen keinen unmittelbaren Ersatzanspruch, aufgrund dieser gesetzlichen Bestimmung.  Allerdings soll laut Behördenauskunft ein möglicher Ersatzanspruch erfolgen, jedoch gibt es dafür noch keine endgültige Lösung.

Sonderurlaub zur Kinderbetreuung

Trotz Schul- und Kindergartenschließungen besteht kein berechtigter Dienstverhinderungsgrund nach AngG und somit kein Anspruch auf Betreuungsfreistellung. Dies deshalb, weil für berufstätige Eltern eine Kinderbetreuung trotz verordneter Schließung gewährleistet ist. Das bedeutet, dass die notwendige Betreuung der Kinder von Beschäftigten trotz genereller Schließung dieser Einrichtungen weiterhin gewährleistet sein wird. Es liegt daher prinzipiell kein Dienstverhinderungsgrund für berufstätige Eltern vor.
Allerdings können Arbeitnehmer mit Betreuungspflichten für Kinder unter 14 Jahren von ihren Arbeitgebern bis zu drei Wochen Sonderurlaub bekommen. Im Falle der Gewährung dieses Sonderurlaubes hat der Arbeitgeber Anspruch auf eine Vergütung in der Höhe eines Drittels des in dieser Zeit gezahlten Entgeltes.

Eigenerkrankung des Mitarbeiter

Mitarbeiter, die selbst mit dem Virus infiziert sind, behalten den Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
Arbeitgeber mit max. 50 Arbeitnehmern können bei längeren Krankenständen, ab dem 11. Tag, von der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) einen Zuschuss erhalten. Für Arbeits- und Freizeitunfälle besteht ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Unternehmer mit bis zu 10 Arbeitnehmern erhalten 75 % Entgeltfortzahlung.

Unterstützung der Unternehmer

Unternehmer, die weniger als 25 Mitarbeiter beschäftigen, erhalten auf Antrag (für sich selbst) von der SVS (Sozialversicherung der Selbstständigen) ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit Unterstützungen.

Mitarbeiter unter Quarantäne

Mitarbeiter haben bei (verordneter) Quarantäne  und dadurch verursachte Hinderung an der Arbeitsleistung Anspruch auf volle Entgeltfortzahlung. Der Arbeitgeber hat das Entgelt an den Arbeitnehmer auszuzahlen, der Bund hat dem Arbeitgeber das geleistete Entgelt, sowie den darauf entfallenden Dienstgeberanteil an Sozialversicherung, zu ersetzen. Der Arbeitgeber kann diese Ansprüche binnen sechs Wochen ab dem Tag der Aufhebung der Quarantäne bei der Bezirksverwaltungsbehörde, in deren Bereich die Quarantäne verhängt wurde, zurückfordern.

Dienstverweigerungen

Grundsätzlich dürfen Mitarbeiter aus Angst vor Ansteckung nicht die Verrichtung ihrer dienstvertraglich geschuldeten Tätigkeiten verweigern. Ein grundloses einseitiges Fernbleiben von der Arbeit stellt eine Verletzung der Dienstpflicht dar und stellt in der Regel einen Entlassungsgrund dar.

Kündigung und einvernehmliche Lösungen

Kündigungen sind wie bisher weiterhin möglich und erlaubt. Zu beachten ist, dass die CORONA-Krise wohl als betriebsbedingter Kündigungsgrund (problematische Motivkündigung) anzusehen ist. Mit den Mitarbeitern kann auch jederzeit eine einvernehmliche Auflösung vereinbart werden.

Maßnahmen zur Abmilderung von Liquiditätsengpässen bei Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen

Sonderregelungen für Finanzamtszahlungen

Das Bundesministerium für Finanzen hat für Steuerpflichtige, die konkret aufgrund der CORONA-Krise von Liquiditätsengpässen wie zB außergewöhnlich hohe Stornierungen von Hotelreservierungen, Ausfall von Sport- und Kulturveranstaltungen aufgrund behördlicher Verbote; Ausfall oder Beeinträchtigung von Lieferketten oder Ertragseinbußen durch Änderung des Konsumverhaltens, betroffen sind, nachfolgende Maßnahmen beschlossen und angeordnet, dass sämtliche Anträge sofort zu bearbeiten sind. Für die Glaubhaftmachung der Angaben kann dabei unbürokratisch der vom BMF verlautbare Text verwendet werden.

Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2020

Steuerpflichtige, die durch die CORONA-Krise bedingt von Ertragseinbußen betroffen sind, können bis 31.10.2020 einen Antrag auf Herabsetzung von Einkommen- oder Körperschaftsteuervorauszahlungen für das Kalenderjahr 2020 auf bis zu NULL Euro stellen.

Abstandnahme von der Festsetzung von Nachforderungszinsen

Das Finanzamt hat von einer Festsetzung von Nachforderungszinsen (Anspruchszinsen) von amtswegen Abstand zu nehmen, wenn aus der Herabsetzung oder dem Wegfall der Vorauszahlungen bei der Veranlagung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer für 2020 Nachforderungs(Anspruch)Zinsen resultieren würden.

Stundung und Entrichtung in Raten

Der Steuerpflichtige kann bei seinem Finanzamt beantragen, die Entrichtung einer Abgabe zu stunden oder die Entrichtung in Raten zu beantragen. Im Antrag ist die konkrete Betroffenheit des Steuerpflichtigen glaubhaft zu machen. Der Antrag ist von der zuständigen Finanzbehörde sofort zu bearbeiten.

Stundungszinsen

Der Steuerpflichtige kann (zB im Antrag auf Stundung oder Ratenzahlung) anregen, von der Festsetzung der anfallenden Stundungszinsen abzusehen. Die konkrete Betroffenheit des Steuerpflichtigen ist glaubhaft zu machen.

Säumniszuschläge

Der Steuerpflichtige kann weiters bei seinem Finanzamt beantragen, einen verhängten Säumniszuschlag herabzusetzen oder nicht festzusetzen. Die konkrete Betroffenheit des Steuerpflichtigen ist glaubhaft zu machen.

Finanzielle Unterstützung durch Garantien und Überbrückungskredite

1. Die Finanzierungsunterstützung soll durch Abbaumanagementgesellschaft des Bundes (ABBAG) abgewickelt werden.

Die ABBAG soll vom Bund finanziell so ausgestattet werden, dass sie entsprechende finanzielle Maßnahmen ergreifen kann.
Diese umfassen insbesondere auch die Gewährung von Überbrückungskrediten und Betriebsmittelfinanzierungen zur Deckung der laufenden, unvermeidbaren Kosten während der Dauer der eingeschränkten Geschäftigkeit. Grundsätzlich soll die finanzielle Unterstützung nur Unternehmen zu Gute kommen, die ihren Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich haben und ihre wesentliche operative Tätigkeit in Österreich ausübt. Eine Konkretisierung der Maßnahme erfolgt in Kürze im Rahmen einer vom Bundesminister für Finanzen zu erlassenden Richtlinie und Verordnung.

2. Abfederung von Liquiditätsengpässen durch Garantien und Überbrückungskredite

Haftungsfonds für Familienbetriebe

Durch die AWS und ÖHT sollen weitere Mittel zur Verfügung bereit gestellt werden. Durch staatliche Besicherung von Bankenfinanzierungen, die entweder gestundet, erweitert oder neu vergeben werden müssen, soll die Liquidität österreichischer Unternehmen, sichergestellt werden. Dies soll nicht nur für Klein- und Mittelbetriebe, sondern auch für größere Unternehmen zur Verfügung stehen. Angestrebt wird auch eine Beschleunigung und Verstärkung von Exportförderungen mit Absicherung durch Garantien auf Basis der Änderungen der ÖKB-Richtlinien. Außerdem soll ein Härtefonds u.a. für Familienbetriebe in Höhe von 2,0 Mrd. Euro eingerichtet werden. Dessen Ausgestaltung soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Auswirkungen der CORONA-Krise auf bestehende Mietverhältnisse

Wie uns unsere befreundete Rechtsanwaltskanzlei draxler rexeis sozietät von rechtsanwälten og exklusiv mitteilt, hat die CORONA-Krise auch direkte Auswirkungen auf bestehende Mietverhältnisse. Dies ist im Speziellen in den §§ 1104 und 1105 ABGB geregelt. Demnach entfällt die Verpflichtung zur Leistung von Miet- oder Pachtzinsen, wenn das Bestandsobjekt wegen eines außergewöhnlichen Zufalls nicht gebraucht oder benützt werden kann. Die draxler rexeis sozietät von rechtsanwälten og, empfehlen betroffenen Unternehmen (Mietern) sich mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen und auf das Recht, zumindest für die Dauer der angeordneten Maßnahmen, auf Mietzinsreduktion bzw. Mietzinsaussetzung hinzuweisen und diesbezüglich eine Regelung zu erwirken.

Die detaillierte Stellungnahme von draxler rexeis sozietät von rechtsanwälten ist hier nachzulesen (PDF mit ca. 800 kb)

Maßnahmen der Österreichischen Gesundheitskasse

Auch von Seiten der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK; früher Gebietskrankenkasse) wurden Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität der Unternehmen im Zusammenhang mit der CORONA-Krise gefasst und hat die ÖGK nachfolgende Erleichterung für Dienstgeber erlassen:

Die ÖGK unterstützt die Unternehmen mit einigen ganz wesentlichen Zahlungserleichterungen, um diese Krise gemeinsam im Sinne der österreichischen Wirtschaft bewältigen zu können.

Seit 16. März 2020 sind daher folgende Maßnahmen in Kraft:

  • sollten Beiträge nicht, nur teilweise oder nicht fristgerecht bezahlt werden, erfolgt dafür eine automatische (kein Antrag erforderlich) Stundung
  • offene Beiträge werden nicht eingemahnt
  • Ratenzahlungen werden formlos akzeptiert
  • Einbringungsmaßnahmen werden nicht vorgenommen
  • Insolvenzanträge werden nicht gestellt

Diese Maßnahmen gelten bis auf weiteres voraussichtlich aber zumindest für die Beitragszeiträume Februar 2020 (fällig am 16. März 2020), März 2020 (fällig am 15. April 2020) und April 2020 (fällig am 15. Mai 2020).

WICHTIG:

  • Die monatlichen Beitragsgrundlagenmeldungen sind weiterhin zu den üblichen Terminen an die ÖGK zu übermitteln.
  • Anmeldungen zur Pflichtversicherung sind weiterhin fristgerecht vor Arbeitsantritt durchzuführen (coronabedingte Verzögerungen können auf Antrag sanktionsfrei gestellt werden).

Wir ersuchen Sie daher, alle relevanten Daten, Informationen und Unterlagen für Ihre laufenden Lohn- und Gehaltsabrechnungen, wie bisher und vor der CORONA-Krise an unsere Mitarbeiter in der Personalverrechnung, wenn möglich via E-Mail, in Ausnahmefällen telefonisch oder per Post, zu übermitteln. Sollten Sie Unterlagen unbedingt persönlich vorbei bringen wollen bzw. aus welchen Gründen auch immer müssen, so ersuchen wir Sie, dies uns vorher telefonisch anzukündigen und sodann die Unterlagen vor unserem Büroeingang zu deponieren. Wir erlauben uns, die Unterlagen der monatlichen Personalverrechnung ausschließlich via E-Mail oder soweit notwendig, per Post, an Sie übermitteln.

Maßnahmen der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS)

Die SVS (früher SVA), zuständig für die Gewerbetreibenden, Bauern und Selbstständige (zum Teil auch für Freiberufler) unterstützt alle von der CORONA-Krise direkt oder indirekt betroffenen und hat dafür die Möglichkeit erlassen, auf Antrag die Sozialversicherungsbeiträge der Betroffenen zu stunden oder in Raten zu zahlen, sowie Beitragsgrundlagen herabsetzen zu lassen.

Zudem wird auch eine gänzliche oder teilweise Nachsicht der Verzugszinsen ermöglicht.

Die Anträge (sowohl zur Stundung oder Ratenzahlung, als auch zur Heranziehung der vorläufigen Beitragsgrundlagen können schriftlich per E-Mail oder direkt online erfolgen.

Gerne unterstützen wir Sei dabei – kontaktieren Sie unsere fachkundigen Mitarbeiter und informieren Sie diese, welche Anträge wir für Sie entsprechend vorbereiten oder einbringen sollen.

Bestätigung für Schlüsselarbeitskräfte

Da es verstärkt zu Kontrollen durch die Exekutive kommt und noch stärker kommen wird, empfehlen wir Ihnen für Ihre Mitarbeiter eine Bestätigung auszustellen, die im Original von den Mitarbeitern mitzuführen ist und bei Bedarf der Polizei (bei Kontrollen) vorgezeigt werden kann.

Auf der Website der Wirtschaftskammer Steiermark steht Ihnen eine Wordvorlage zum Herunterladen zur Verfügung.

Soforthilfe Wirtschaftspaket der Stadt Graz

Die Stadt Graz hat zur Unterstützung für Grazer Unternehmen ein Soforthilfe-Wirtschaftspaket in Höhe von 3 Millionen beschlossen. Damit werden alle Grazer, die von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, unterstützt.

Für Detail verweisen wir auf die Website der Stadt Graz.