Besondere Haftung für Unternehmen der Baubranche.

Die Höhe der Haftung

Unternehmen der Baubranche trifft eine besondere Haftung bei der Weitergabe von Bauleistungen für Sozialversicherungsbeiträge und Lohnabgaben ihrer Subunternehmer:

Das auftraggebende Unternehmen haftet gegenüber der Sozialversicherung bis zu einem Höchstmaß von 20 % des leistenden Werklohnes. Die Haftung umfasst alle vom beauftragten Unternehmen an den Krankenversicherungsträger zu entrichtenden Beiträge und Umlagen, die bis zum Ende des Kalendermonats fällig werden, in dem die Leistung des Werklohns erfolgt. Daneben haftet der Auftraggeber gegenüber dem Finanzort auch für die Abfuhr der Lohnabgaben (Lohnsteuer, DB, DZ) seiner Subunternehmer bis zur Höhe von 5 % des Werklohns.

Entfall der Haftung

Die oben genannte Haftung entfällt wenn…

… das beauftragte Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistung des Werklohnes in der Gesamtliste des haftungsfreistellenden Unternehmen (HFU-Gesamtliste) geführt wird;
…. das beauftragte Unternehmen 25 % des zu leistenden Werklohnes (Haftungsbetrag) gleichzeitig mit der Leistung des Werklohnes an das Dienstleistungszentrum bei der Wiener Gebietskrankenkasse überweist.

Voraussetzung für die Aufnahme in der HFU-Liste:

a) Es müssen Bauleistungen des antragstellenden Unternehmens in der Gesamtdauer von mindestens drei Jahren vorliegen.
Dabei sind auch Tätigkeiten in einem Mitgliedstaat des EWR und der Schweiz zu berücksichtigen.
b) Als diesbezüglicher Nachweis wird in der Regel die Vorlage der entsprechenden Umsatzsteuerbescheide bzw. Umsatzsteuererklärungen genügen.
c) Das antragstellende Unternehmen darf zum Zeitpunkt der Antragstellung keine rückständigen Beiträge für Zeiträume bis zu dem der Antragstellung zweitvorgegangenen Kalendermonat aufweisen. Es dürfen auch keine Beitragsnachweisungen nach diesem Zeitpunkt ausständig sein.

In die (HFU)Liste können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch natürliche Personen ohne Dienstnehmer eintragen lassen.